Neuer Reader zu studentischen Verbindungen

17. Oktober 2013 - 15:45 Uhr

Nach sieben Jahren bringt der AK Clubhausia endlich eine neue, vollständig überarbeitete Informationsbroschüre zum Tübinger Verbindunswesen heraus. Einige Texte wurden aktualisiert, andere neu geschrieben. Warum halten wir eine solche Neuausgabe zum jetzigen Zeitpunkt für notwendig? Täten wir nicht besser daran, die verbindungsstudentischen Umtriebe in Tübingen zu ignorieren, im Vertrauen darauf, ihre rückwärtsgewandten und verstaubten Ideologien würden schon irgendwann von selbst der Zeit anheimfallen?

Die Entwicklung der letzten Jahre verzeichnet eine gegenläufige Tendenz. An der Universität ist die Akzeptanz der studentischen Verbindungen gestiegen und die Stadt bändelt mittlerweile ganz offiziell am sogenannten „Bürgerfrühschoppen“ mit dem Altherren- ArbeitsKreis Tübinger Verbindungen (AKTV) an. Zwar ist es seit dem Ende des jährlichen „Maisingens“ in der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai in der öffentlichen Debatte um die Tübinger Verbindungen still geworden. Um so unbehelligter jedoch können die Verbindungen in allseitiger Harmonie und Ruhe von Stadt und Teilen des Bürgertums hofiert werden.

Den Reader findet ihr hier zum Download:

Mitbewohner gesucht: Informationen zum Tübinger Verbindungswesen

Mit unverbindlichen Grüßen – AK Clubhausia

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Einladung zum Alternativen Dies Universitatis am 17. Oktober im Clubhaus

10. Oktober 2013 - 22:54 Uhr

engburKunst kann in einem Bild die Kritik darstellen, derer es etlicher Worte bedürfte. Der Grund, dass ihr dieses Bild seht, ist nicht etwa, dass der Rektor ein Verbindungsstudent gewesen wäre. Das korporierte Farbentragen der Tübinger Verbindungen am “offiziellen” Dies Universitatis ist unsere Hauptkritik an diesem Tag. Deshalb bieten wir allen Gruppen, die auch ein Problem mit diesem Hofieren haben, im Clubhaus eine alternative Plattform um sich vorzustellen.

Am 17. Oktober 2013 findet der Alternative Dies Universitatis im Clubhaus (Wilhelmstraße 30, Haltestelle Neue Aula) statt. Ab 16:30 Uhr begrüßen wir euch zum Markt der Möglichkeiten. 18 Uhr findet ein Vortrag mit dem Thema “Geschlechterverhältnisse und studentische Verbindungen” statt, Referentin ist Dr. Alexandra Kurth. Als Übergang ins Abendprogramm zeigt der GleichFilm 20 Uhr die US-Produktion “Howl”, bevor schließlich 21 Uhr das erste Clubhausfest, ausgerichtet vom brechtbauplenum, beginnt.

Das Programm zusammengefasst:
16:30 – 20:00 Markt der Möglichkeiten mit Ständen und Aktionen vieler Gruppen
16:30 Vortrag von Input Tübingen (http://input.blogsport.de/input-tuebingen/)
18:00 Vortrag von Dr. Alexandra Kurth: Geschlechterverhältnisse und studentische Verbindungen
20:00 GleichFilm zeigt: Howl – Das Geheul (USA 2010)
ab 21:00 Clubhausfest des brechtbauplenums

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Vortragsankündigung: Geschlechterverhältnisse und studentische Verbindungen, Do 17.10., 18 Uhr, Clubhaus

9. Oktober 2013 - 18:31 Uhr

Referentin: Dr. Alexandra Kurth

Studentenverbindungen sind — traditionell ausschließlich und noch
heute in der übergroßen Mehrheit — Männerbünde. Inzwischen haben sich
einzelne Korporationen für Frauen geöffnet und einige wenige
Damenverbindungen wurden gegründet. Dennoch wird der Anteil weiblicher
Mitglieder von studentischen Verbindungen auf ungefähr 1 bis 5 Prozent
geschätzt.

Studentenverbindungen stellen somit eine der letzten Bastionen
männerbündischer gesellschaftlicher Institutionen dar. Sie sind Orte
der männlichen Elitebildung und tragen so dazu bei, die
gesellschaftliche Männerdominanz und realen gesellschaftlichen
Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern aufrecht zu erhalten.
Gleichzeitig reproduzieren sie essentialistische Vorstellungen von
Zweigeschlechtlichkeit und der ihr innewohnenden Hierarchie zwischen Mann und Frau.

Sexismus — d.h. (benachteiligende) Ungleichbehandlung von Menschen
aufgrund des wahrgenommenen Geschlechts — ist selbstredend kein
alleiniges Merkmal von Korporationen, vielmehr ist die gesamte
Gesellschaft von vielfältigen Unterdrückungsverhältnissen durchwoben
(u.a. Klassismus, Rassismus, Sexismus). Allerdings werden aktuelle
sowie historische Strukturen und Begründungsmuster für sexistische und
homophobe Ausschlüsse in Studentenverbindungen besonders deutlich. Wie
in einem Brennglas werden tief verwurzelte gesellschaftliche Probleme
hier in gebündelter, gleichwohl verzerrter Form vergrößert sichtbar,
sodass ihre Analyse auch den Blick außerhalb des korporatistischen
Mikrokosmos zu schärfen vermag.

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Reader zu studentischen Verbindungen in Tübingen

25. Juni 2011 - 14:52 Uhr

Der Reader zum Download als PDF (ca. 6 MB)

SEITE BEFINDET SICH IM AUFBAU!

Vorwort

Die Frage nach dem Verbindungswesen im universitären Leben stellt sich uns Tübinger Studierenden des AK Clubhausias in erster Linie als eine politische. Neben der Betrachtung der kulturellen und sozialen Aspekte dieses Phänomens, lohnt sich auch der Blick auf die juristischen Meinungen und Entscheidungen, die in der Öffentlichkeit teilweise kontrovers diskutiert und bewertet werden. Mit den Inhalten dieser Informationsblätter wollen wir zum einen darstellen, was das Verbindungswesen und im Besonderen rechtsextreme Burschenschaften zu einem allgemeinen politischen Thema macht, indem wir historische Hintergründe beleuchten und aktuelle gesellschaftliche Zusammenhänge herausstellen wollen. Zum anderen soll diese lose Aufklärungsschrift ein wenig Licht werfen auf das studentische Leben in den lokalen Verbindungen, von Pressestimmen und Stellungnahmen von öffentlicher Seite berichten, sowie erhellen wie das politisch aktive Leben in Tübingen mit diesem Thema umgeht. Ob es sich bei den Verbindungsstudenten tatsächlich um einen “Haufen von verhetzten, irregeleiteten, versoffenen, farbentragenden jungen Deutschen” handelt, wie Kurt Tucholsky einmal konstatierte, wollen wir nicht entscheiden. Dafür aber wollen wir den Tübinger Studierenden Informationen, Recherchen und Meinungen an die Hand geben, um für sich selbst die Frage nach der Sinnhaftigkeit und Bedeutung von studentischen Korporationen entscheiden zu können. Eine Frage aber, so finden wir, die von der allgemeinen Öffentlichkeit beantwortet werden sollte, ist, ob es sich bei den Verbindungen um zu fördernde Einrichtungen durch die öffentliche und offizielle Hand und insbesondere durch die universitären Entscheidungsträger handelt. In den folgenden Ausführungen zur Geschichtsauffassung verschiedener Verbindungen und der ihrer Dachverbände, zum Selbstverständnis studentischer Korporationen, den Artikeln zu Seilschaften und Elitenbildung, Männerbünden und Sozialverhalten, und nicht zuletzt wegen der geistigen Nähe zu Rechtsradikalismus und Rechtsextremismus einzelner Burschenschaften, kommen wir zu einem klaren Nein. Den aktuellen Anlass, mit diesem Thema an die Öffentlichkeit zu gehen, bildet nicht nur die scheinbar natürlich gewordene und unreflektierte Akzeptanz des Verbindungswesens. Wir wollen auch die Erfahrungen der letzten Jahre in Tübingen an der Uni und mit der Stadt besonders in Hinblick auf die Ereignisse am alljährlichen Dies Universitatis und dem Maieinsingen der Tübinger Korporierten kritisch zu Bewusstsein bringen. Wir hoffen, mit sachlichen und differenzierten Beiträgen zu einer breiten Auseinandersetzung mit diesem Thema an der Uni beizutragen und auch einen zentralen Punkt der Motivation zu dem Alternativen Dies Universitatis in Tübingen vermitteln zu können.

Juli 2006

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